Neulich fragte mich eine Bekannte, die nichts mit Scrapbooking zu tun hat, aber meine Ergebnisse gelegentlich sieht, wie ich denn so ein Kit umsetze und wie ich überhaupt auf die Idee käme, was man mit einem Papier oder einem Embellishment so macht.
Die einfache, kurze Antwort: spontane Einfälle, die oft auch gar nicht umgesetzt werden oder nicht so, wie ich das erst vor hatte.
Natürlich gibt es auch eine lange Version. Zunächst einmal habe ich keine bestimmten Fotos im Kopf, dich ich mit einem Kit unbedingt verarbeiten möchte. Dazu gibt es einen (überschaubaren) Stapel Fotos, die in nächster Zeit verscrappt werden sollen und eine Liste mit möglichen Layoutthemen. Für Designteam-Layouts, die hier, auf Instagram und auf der Shopseite gezeigt werden, enthält die Liste entweder neutrale Themen, bei denen keine Personen auf den Fotos sind, oder es geht um Fotos mit Personen, die ich zeigen darf.
Bei Auspacken des Kits nehme ich mir erst die Papiere zur Hand und schaue, welche sich als komplette Hintergründe eignen, welche also Fotohintergründe oder größere Stücke auf ein Layout passen und welche mehr zerschnitten werden, z. B. Journalingkarten oder Papiere mit vielen kleinen Elementen, Bordüren usw. Dann schätze ich grob ab, wie ich das am besten auf 4-5 Layouts verteilen kann und was ich noch an neutralem Cardstock dazu brauche und welche Farbsprays passen.
Als nächstes sind die Embellishments dran. Ein Alphabet ist ja eigentlich immer dabei, oft auch in zwei Größen. Wenn nicht, schaue ich vorsichtshalber mal in meinen Vorrat, ob ich noch eine andere und farblich passende Größe habe, da ich für Titel gerne große und kleine Alphas mische.
So sieht das Kit des Monats Juli von Scrapabilly aus - das Papier in der Mitte hat z. B. viele Streifen mir Texten, und Elementen, das rechte hat auf der anderen Seite 3x4-Journalingkarten zum Strandthema:
Teilweise kann man auch prima zusätzliche Embellishments schaffen, indem man Elemente aus Papieren ausschneidet oder einfach Formen ausstanzt. Dazu lege ich mir dann ggf. schon die passenden Stanzen zurecht. Einfache Formen wie Kreise oder Sterne mag ich sehr gerne, und sie sind sehr einfach zu integrieren. Auf sehr vielen meiner Layouts finden sich als kleine Akzente auch Klecksereien mit Farbsprays.
Ja, und dann geht es auch schon los mit dem Zusammenstellen der Layouts. Zuerst klebe ich schonmal grob die größeren Papierstücke und die Fotos auf die Hintergründe, egal ob ein gemustertes Papier oder neutraler Cardstock. Falls gekleckst wird, passiert das noch zuerst. (Ich verwende kaum bunten Cardstock.) Dann kommen die Titel dran, um zu schauen, ob es auch hinhaut mit den vorhandenen Buchstaben. Und zu guter Letzt folgen Journaling und sonstige Deko.
Wenn nach den Layouts noch genug Material übrig ist, mache ich gerne noch Karten damit, am liebsten Geburtstagsgrüße, die man ja immer gebrauchen kann.
Eine kleine Herausforderung stellen für mich Kits dar, die einen klaren Themenschwerpunkt haben, z. B. ist das beim oben gezeigten Kit das Thema Strand. Auf den ersten Blick hätte ich da jetzt gar keine passenden Fotos zu gehabt, denn meine Strandfotos sind eher Landschaftsaufnahmen als wirkliche Strandszenen. Auf den zweiten Blick findet man aber auch bei solchen Materialien viele Möglichkeiten für Fotos, die nicht wirklich zum Thema passen.
Hier habe ich zum Beispiel das Papier mit den 3x4-Karten zum Ausschneiden gar nicht so verwendet, sondern die neutralfarbige Rückseite genommen. Ohnehin ist bei allen Papieren eine nicht-themengebundene Alternative auf der Rückseite. Bei dem Papier mit den MotivsStreifen konnte man aus der Rückseite schöne Kreise ausstanzen oder die Farben einzelner Streifen nutzen. Bei den Stickern habe ich die Surfbretter teilweise zu Labels oder einer Art Pfeil umfunktioniert und den Strandtext des Labels unter dem Käfer-Aufkleber mit einem Stück Motivpapier überklebt, so dass nur der Rand vom Sticker noch zu sehen war. Dieses Element ist in meinem Weinstandlayout zu sehen.
Also, auf in die Herausforderung, etwas, das vielleicht nicht direkt passt, einfach passend zu machen. Keine Angst vor Themenkits!
Übrigens hab ich dann doch noch ein thementaugliches Motiv gefunden, so dass der Rest vom Kit auch noch dran glauben muss. Was dann letztendlich noch übrig ist, werde ich mit dem letzten Layout zeigen.